Entdecken

Koriander, Sellerie und Petersilie gegen resistente E. coli: Was zeigte die Laborstudie?

Pflanzenforschungslabor mit Sellerie, Koriander, Petersilie, Analytik und mikrobiologischen Tests.

Studientyp: Laborstudie

Originalstudie

DOI: 10.1186/s12906-026-05610-0

Zugehörige Arten

Einleitung

Ein ägyptisch-portugiesisches Forschungsteam untersuchte Extrakte aus Koriander, Sellerie und Petersilie gegen 20 multiresistente uropathogene E.-coli-Isolate. Koriander zeigte die stärkste Laborhemmung; da jedoch chemisch hergestellte Extrakte außerhalb des menschlichen Körpers getestet wurden, belegt die Arbeit nicht, dass der Verzehr dieser Kräuter Harnwegsinfektionen behandelt.

Inhalt

Studiensteckbrief

  • Länder: Ägypten und Portugal.
  • Institutionen: Cairo University, Pharos University Alexandria, Alexandria Main University Hospital und LAQV-REQUIMTE an der University of Porto.
  • Isolate: private Diagnostiklabore in Alexandria.
  • Design: Metabolomik sowie antibakterielle und Antibiofilm-Tests in vitro.
  • Publikation: 21. Oktober 2026.
  • Journal: BMC Complementary Medicine and Therapies.
  • DOI: 10.1186/s12906-026-05610-0. [1]

Frage

Verglichen wurden Sellerie Apium graveolens, Koriander Coriandrum sativum und Petersilie Petroselinum crispum, um chemische Profile mit Aktivität gegen multiresistente uropathogene E. coli und Biofilme zu verbinden. [1]

Durchführung

Beteiligt waren Institute in Kairo und Alexandria sowie LAQV-REQUIMTE in Porto. Die 20 UPEC-Isolate stammten aus privaten Diagnostiklaboren in Alexandria und waren anonymisiert. [1]

Pflanzenmaterial

Frische Pflanzen wurden in Alexandria gekauft, botanisch bestätigt und Belegexemplare an der Cairo University hinterlegt. Getrocknete oberirdische Teile wurden verwendet; 120 g je Pflanze wurden mit Methanol extrahiert und mit Wasser/Methylenchlorid fraktioniert. Getestet wurden also konzentrierte Lösungsmittelextrakte, keine normalen Lebensmittelportionen. [1]

Chemische Analyse

LC-QTOF-MS/MS und multivariate Verfahren erfassten 167 Metabolite, darunter Flavonoide, Cumarine, phenolische Säuren, Fettsäuren, Chlorine und Aminosäurederivate. Die drei Arten hatten klar unterschiedliche Profile. [1]

Bakterientests

Von 20 Isolaten waren 12 starke Biofilmbildner, vier mittelstarke und vier ohne Biofilmbildung. MIC-Werte wurden bestimmt und Kombinationen mit Ciprofloxacin und Norfloxacin geprüft. [1]

Ergebnisse

Koriander war am stärksten: MIC = 3,75 µg/mL für Gesamtextrakt und wässrige Phase. Sellerie: 50 µg/mL, in der wässrigen Fraktion 25 µg/mL. Petersilie zeigte im Gesamtextrakt und in der wässrigen Phase keine nachweisbare Aktivität; die Methylenchloridfraktion lag bei 100 µg/mL. [1]

Koriander plus Ciprofloxacin bzw. Norfloxacin wirkte additiv, ohne Hinweis auf Synergie oder Antagonismus. Die Extrakte reduzierten außerdem Biofilmmasse in vitro. [1]

Was nicht belegt ist

Die Studie zeigt nicht, dass das Essen von Koriander, Sellerie oder Petersilie eine Harnwegsinfektion behandelt. Untersucht wurden Lösungsmittel-Extrakte direkt an Bakterien; Urinkonzentrationen nach Verzehr, Stoffwechsel, Sicherheit konzentrierter Extrakte und Heilungsraten bei Patienten wurden nicht gemessen.

Evidenzstärke

Peer-reviewte präklinische Forschung mit guter chemischer Charakterisierung und klinischen Isolaten, aber weiterhin Laborbeweis, keine Therapiestudie.

Es heißt… was zeigt die Evidenz?

Behauptung: Weil Korianderextrakt resistente E. coli hemmt, kann Koriander Harnwegsinfektionen behandeln.

Urteil: Durch diese Studie nicht gestützt.

Erklärung: Die Wirkung stammt von Lösungsmittel-Extrakten direkt an Bakterien; Menschen wurden nicht behandelt. [1]

Bedeutung

Die Arbeit identifiziert Extrakte und Metabolitmuster für weitere Mechanismus- und Sicherheitsforschung. Sie zeigt auch, dass frische Blätter, Nahrung, Methanolextrakt, Wasserfraktion und ätherisches Öl nicht gleichwertig sind.

Finanzierung und Konflikte

Open Access wurde durch die Science, Technology & Innovation Funding Authority zusammen mit der Egyptian Knowledge Bank unterstützt. Keine konkurrierenden Interessen wurden erklärt. [1]

Fazit

Koriander war der stärkste getestete Extrakt und Biofilmeffekte wurden beobachtet. Das belegt weder eine Behandlung durch den Verzehr der Kräuter noch eine klinisch nachgewiesene Synergie mit Antibiotika.

Wichtiger Hinweis

Ergebnisse von Methanolextrakten lassen sich nicht direkt auf den Verzehr von Koriander, Sellerie oder Petersilie übertragen. Die Studie rechtfertigt keinen Ersatz von Antibiotika durch Kräuter bei Harnwegsinfektionen. Die Wirkung mit Ciprofloxacin und Norfloxacin war in vitro additiv; klinische Synergie wurde nicht gezeigt.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine Beratung durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal.

Quellen und Literatur

  1. Integrative metabolomics and chemometric analysis reveal metabolites associated with antibacterial and antibiofilm activities of celery, Coriander, and parsley against multidrug-resistant uropathogenic Escherichia coli · Quelle lesen — BMC Complementary Medicine and Therapies