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Centella-Mundspülung nach Weisheitszahn-OP: randomisierte Studie ohne nachgewiesenen Heilungsvorteil

Redaktionelle Szene mit Centella-asiatica-Blättern, Mundspülungsflasche und Zahnmodell, ohne Heilversprechen.

Studientyp: Studie am Menschen

Originalstudie

DOI: 10.1186/s12906-026-05640-8

Zugehörige Arten

  • Centella asiatica

Einleitung

An der Chiang Mai University in Thailand wurde am 21. Oktober 2026 eine randomisierte, doppelblinde Studie zu einer 0,12%igen Mundspülung mit Centella-asiatica-Blattextrakt nach Entfernung eines retinierten unteren Weisheitszahns veröffentlicht. Bei 36 Teilnehmenden waren Wundheilung, Schmerzen und Schwellung nicht signifikant besser als unter Placebo.

Inhalt

Studienkarte: Wo fand sie statt?

Land: Thailand; Stadt: Chiang Mai; klinischer Ort: Department of Oral and Maxillofacial Surgery, Faculty of Dentistry, Chiang Mai University. Beteiligt waren zudem die Fachbereiche orale Biologie/Pathologie und pharmazeutische Wissenschaften. Studientyp: randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Humanstudie. Veröffentlicht: 21. Oktober 2026 in BMC Complementary Medicine and Therapies. DOI: 10.1186/s12906-026-05640-8; Registrierung TCTR20250909004 am 9. September 2025; Ethikgenehmigung 29/2025. [1]

Warum wurde untersucht?

Centella enthält u. a. Asiaticosid, Madecassosid, Asiatic Acid und Madecassic Acid, die experimentell im Zusammenhang mit Entzündung und Gewebereparatur erforscht wurden. Plausible Mechanismen beweisen aber keine bessere Heilung beim Menschen. Untersucht wurde der zusätzliche Nutzen zur üblichen Nachbehandlung.

Stichprobe und Mundspülung

Rekrutierung und Nachbeobachtung liefen zwischen September 2025 und März 2026. Analysiert wurden 36 Erwachsene von 18–35 Jahren nach Operation eines retinierten unteren dritten Molaren: 17 erhielten Centella, 19 Placebo. Ausschlüsse betrafen u. a. Schwangerschaft/Stillzeit, bestimmte systemische Krankheiten, Infektionen, Allergien und regelmäßige Pflanzenpräparate. Geplant waren 40; die Rekrutierung endete aus logistischen Gründen der Laborkapazität bei 36, nicht wegen Zwischenergebnissen zur Wirksamkeit. [1]

Der kommerzielle Blattextrakt von C. asiatica wurde mit 70% Ethanol drei Stunden bei 80–90 °C gewonnen. 3,60 g in 3,0 L Basis ergaben 0,12 % Gewicht/Volumen. Die Grundlage enthielt Glycerin, Xylit, Natriumchlorid und Konservierungsstoffe; Placebo war dieselbe Grundlage ohne Centella. Verwendet wurden 15 mL für 30 Sekunden zweimal täglich sieben Tage lang, ab dem ersten Tag nach der Operation. Dies ist eine Studienbeschreibung, keine Anleitung für selbstgemachte Spülungen. Beide Gruppen erhielten Standardversorgung mit Amoxicillin 500 mg dreimal täglich für fünf Tage, Ibuprofen 400 mg dreimal täglich für drei Tage und gegebenenfalls Paracetamol. [1]

Endpunkte

Primär wurde die orale Wundheilung an Tag 7 in gut, akzeptabel oder schlecht eingeteilt. Weitere Endpunkte: Ruheschmerz und Schmerz bei maximaler Mundöffnung 6–120 Stunden nach dem Eingriff, Gesichtsschwellung sowie Speichelwerte FGF-2/VEGF-A vor dem Eingriff und an Tag 4.

Heilungsergebnisse

Mit Centella waren gut/akzeptabel/schlecht 7/17 (41,2 %), 8/17 (47,1 %), 2/17 (11,8 %); unter Placebo 4/19 (21,1 %), 15/19 (78,9 %), 0/19. Trotz numerisch mehr «gut» ergab der vorab geplante Test der drei Kategorien p=0,105, statistisch nicht signifikant. Die explorative Gegenüberstellung gut gegen nicht gut lieferte RR=1,96; 95%-KI 0,69–5,53; p=0,281. Das breite Konfidenzintervall erlaubt keinen gesicherten Nutzen; ein nicht signifikanter Test beweist allerdings auch keine universelle Wirkungslosigkeit. [1]

Der Schmerz nahm in beiden Gruppen ab, aber ohne signifikanten Behandlungseffekt in Ruhe (p=0,661) oder bei maximaler Mundöffnung (p=0,856); auch die Schwellung unterschied sich nicht signifikant. Nach Baseline-Anpassung lagen die geometrischen Mittelwertverhältnisse im Speichel bei FGF-2=0,54 (95%-KI 0,27–1,10; p=0,088) und VEGF-A=0,71 (95%-KI 0,48–1,04; p=0,075). Diese explorativen Marker beweisen keine verbesserte Gewebereparatur. [1]

Verträglichkeit und Grenzen

Wenige leichte, vorübergehende Mundbeschwerden, keine schweren Ereignisse oder Abbrüche in sieben Tagen; Langzeitsicherheit ist damit nicht belegt. Stärken: Randomisierung, Placebo, Doppelblindheit, Vorregistrierung und standardisierte Operation durch einen Chirurgen. Grenzen: kleine Stichprobe, kurze Nachbeobachtung, logistischer Abbruch vor 40, keine formale Prüfung der Verblindung, nur ein Wundbeurteiler und keine individuelle Quantifizierung von zusätzlichem Paracetamol. Ergebnisse gelten nur für diese Mundspülung, nicht für Tee, Kapseln, Hautcremes oder andere Wunden.

Es heißt… was sagt die Evidenz?

Behauptung: Weil Centella in Reparaturmodellen vielversprechend ist, beschleunigt ihre Mundspülung die Heilung nach Zahnoperationen. Urteil: In dieser Studie nicht belegt. Labormechanismen ersetzen keinen klinischen Nachweis. [1]

Finanzierung und Fazit

Finanziert durch den Faculty of Dentistry Research Fund der Chiang Mai University; laut Autoren ohne Einfluss auf Design, Auswertung oder Manuskript. Keine Interessenkonflikte angegeben. Die 0,12%ige Centella-Spülung zeigte keinen statistisch signifikanten Vorteil bei Heilung, Schmerz oder Schwellung und ersetzt keine übliche Nachsorge.

Wichtiger Hinweis

Die untersuchte Formulierung darf nicht als Rezept für selbst hergestellte Spülungen oder als Ersatz für verordnete Nachsorge verstanden werden. Sieben Tage ohne schwere Ereignisse belegen keine Langzeitsicherheit. Die Daten zur Mundspülung gelten nicht automatisch für Tee, Kapseln, Cremes oder andere Wunden.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine Beratung durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal.

Quellen und Literatur

  1. Effect of Centella asiatica extract mouthwash on oral wound healing following mandibular third molar surgery: Randomized controlled trial · Quelle lesen — BMC Complementary Medicine and Therapies