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Hibiskus und Blutdruck: Macht heiß oder kalt einen Unterschied?

Illustration roter Hibiskuskelche und einer Tasse Hibiskustee mit evirena.com.

Einleitung

Behauptungen über Hibiskus und den Blutdruck widersprechen sich häufig, sobald heiße und kalte Getränke verglichen werden. Dieser Artikel trennt eine Humanstudie von Labor- und Tierversuchen und erklärt den Unterschied zwischen Extraktions- und Trinktemperatur.

Inhalt

Um welchen Hibiskus geht es?

Untersucht wurde die als Hibiscus sabdariffa bekannte Roselle. Ihre fleischigen Blütenkelche werden zum Färben und Aromatisieren von Getränken verwendet. Ein Kelch ist nicht einfach eine andere Bezeichnung für Blütenblätter. Zierpflanzen mit dem Namen Hibiskus sind deshalb nicht automatisch dieselbe essbare Pflanze. Das Pflanzenverzeichnis der North Carolina State University führt Roselle inzwischen als Sabdariffa gossypiifolia und nennt den früheren Namen. Botanische Beschreibung

Ein gewöhnlicher Aufguss und ein konzentrierter Extrakt sind nicht gleichwertig. Pflanzenmenge, Konzentration und Extraktionsverfahren unterscheiden sich. Eine Wirkung muss daher der tatsächlich untersuchten Zubereitung zugeordnet bleiben.

Was ergab die Humanstudie?

Eine 2010 veröffentlichte randomisierte Studie untersuchte 65 Erwachsene mit leicht erhöhtem Blutdruck, die keine blutdrucksenkenden Medikamente einnahmen. Nach sechs Wochen sank der mittlere systolische Wert in der Hibiskusgruppe um 7,2 mmHg, gegenüber 1,3 mmHg in der Placebogetränk-Gruppe. Beim diastolischen Blutdruck war der Unterschied der Veränderungen zwischen den Gruppen nicht statistisch signifikant. Das ist unter diesen Bedingungen ein ermutigender Befund, aber keine garantierte individuelle Wirkung und kein Beleg dafür, Medikamente ersetzen zu können. McKay und Kollegen

Extraktionstemperatur ist nicht Trinktemperatur

Eine Studie von 2022 verglich mit heißem beziehungsweise kaltem Wasser hergestellte Extrakte im Labor und bei Ratten mit experimentell ausgelöstem Bluthochdruck. Beide Extrakte senkten in diesem Modell den systolischen Wert. Menschen, die ansonsten identische Getränke heiß oder kalt tranken, wurden nicht verglichen. Die Ergebnisse beantworten diese Frage deshalb nicht unmittelbar. Salem und Kollegen

Häufige Behauptungen im Faktencheck

„Hibiskus erhöht den Blutdruck“

Bewertung: Diese Verallgemeinerung wird durch die genannten Studien nicht gestützt. Die Humanstudie deutete auf eine systolische Senkung hin. Ein Gruppenmittelwert beschreibt dennoch nicht jede Person, jedes Produkt und jede gesundheitliche Situation.

„Hibiskus senkt den Blutdruck nur kalt“

Bewertung: Eine notwendige Rolle der kalten Trinktemperatur ist hier nicht belegt. Die Humanstudie isolierte die Trinktemperatur nicht; beide Extraktionsverfahren wirkten im Rattenmodell blutdrucksenkend. Ein möglicher Nutzen beweist nicht, dass Kälte dessen Voraussetzung ist.

„Heißer Hibiskus erhöht den Blutdruck“

Bewertung: Der überprüfte Vergleich stützt diese Behauptung nicht. Der heiß hergestellte Extrakt erhöhte den Blutdruck im Tierversuch nicht. Damit sind jedoch nicht alle menschlichen Trinksituationen abschließend untersucht. Die genannten Quellen enthalten keinen direkten Humanvergleich, der allein die Serviertemperatur isoliert.

Sicherheit und praktische Grenzen

Ändern Sie keine verordnete Behandlung anhand dieses Artikels und ersetzen Sie Blutdruckkontrollen nicht durch ein Getränk. Bei blutdrucksenkenden Medikamenten oder niedrigem Blutdruck sollte regelmäßige therapeutische Anwendung ärztlich oder in der Apotheke besprochen werden. Medikamentenanwender waren von der Humanstudie ausgeschlossen; die Sicherheit einer Kombination wurde damit nicht belegt.

Die Ergebnisse lassen sich auch nicht auf Schwangerschaft, Stillzeit oder Kinder übertragen. Das bezeichnet Datenlücken und bedeutet nicht, dass jede Verwendung als Lebensmittel schädlich wäre.

Fazit

Unter bestimmten Bedingungen wurde eine systolische Senkung beobachtet. Dass bloßes Erwärmen daraus eine Blutdruckerhöhung macht, wird durch diese Studien nicht gestützt. Unterscheiden Sie Zubereitung, Trinktemperatur und persönliche Therapieentscheidungen.

Hinweis: Allgemeine Information, keine Diagnose oder Verschreibung. Neue Forschung kann Schlussfolgerungen verändern. Beginnen oder ändern Sie keine Behandlung allein aufgrund dieses Artikels.

Wichtiger Hinweis

Ändern Sie keine verordnete Behandlung anhand dieses Artikels und ersetzen Sie Blutdruckkontrollen nicht durch ein Getränk. Bei blutdrucksenkenden Medikamenten oder niedrigem Blutdruck sollte regelmäßige therapeutische Anwendung ärztlich oder in der Apotheke besprochen werden. Medikamentenanwender waren von der Humanstudie ausgeschlossen; die Sicherheit einer Kombination wurde damit nicht belegt.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine Beratung durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal.

Quellen und Literatur

  1. Sabdariffa gossypiifolia, previously known as Hibiscus sabdariffa · Quelle lesen — North Carolina State University Extension Plant Toolbox
  2. Hibiscus sabdariffa L. tea (tisane) lowers blood pressure in prehypertensive and mildly hypertensive adults · Quelle lesen
  3. A Comparative Study of the Antihypertensive and Cardioprotective Potentials of Hot and Cold Aqueous Extracts of Hibiscus sabdariffa L. in Relation to Their Metabolic Profiles · Quelle lesen